Integrative Kindertanzpädagogik

Ziele / Inhalte

der Integrativen Kindertanzpädagogik

 

Zum Begriff "Integrativ"

In der Integrativen Kindertanzpädagogik gehen wir von einem integrativen Menschenbild aus. Damit ist gemeint, dass wir den Menschen als eine Einheit von Körper, Seele und Geist betrachten. Im pädagogischen Kontext bedeutet
das, alle Bereiche im Menschen gleichermaßen anzusprechen und vielfältige Verbindungen zwischen körperlichen, seelischen und geistigen Prozessen
herzustellen. Integrativ sein meint eine tiefe Form der Menschlichkeit (nach Petzold) und kann als eine innere Haltung verstanden werden. Wege dorthin
setzen ihren Fokus daher auf vernetzende Vielfalt, schaffen Verbindungen zwischen den Menschen und ermöglichen Gleichberechtigung sowie Gleichwürdigkeit untereinander.

Zur Umsetzung mit Kindern

Die Integrative Kindertanzpädagogik sieht in der pädagogischen Arbeit mit Kindern Tanz als ein integratives Medium zur Persönlichkeitsentwicklung. Es geht daher nicht darum perfekte Schrittfolgen zu lehren, sondern in einem bunten Mosaik
bewegter Ausdrucksarbeit vielfältige Zugangsweisen zu sich selbst und anderen zu ermöglichen. Der Respekt vor der Eigenständigkeit, aber auch dem Eigen-Sinn und den Grenzen der Persönlichkeit des Kindes zeigt sich in einem achtsamen
Umgang mit den Kindern, sowie in einer lebendigen, sinnesintegrierenden und experimentierfreudigen Lernatmosphäre. Im Mittelpunkt steht das Kind in seinem individuellen Erleben und mit seinem Bedürfnis nach spontanem Bewegungsausdruck sowie seiner Sehnsucht nach innerer Ruhe und Geborgenheit.

Zum Lehrgang

Integratives, lebendiges Lernen geht mit Begeisterung einher, weckt Neugier und Erkundungslust und regt individuelle Lern-Prozesse an. Das Erleben vielfältiger Tanzformen über unterschiedliche methodische Zugänge, Praxislehrproben in der Gruppe sowie Praxissupervision stärken die professionelle, soziale und personale
Kompetenz der TeilnehmerInnen.

 

Inhalte Integrativer Kindertanzpädagogik:

 

Bewegungsimprovisation und Tanzgestaltung

Bewegungsimprovisation und Tanzgestaltung ermöglichen individuelle, persönliche Wesensäußerung und damit ein „In Kontakt kommen“ mit sich selbst. Behutsam gesetzte Impulse unterstützen die Bewusstwerdung bereits vertrauter Bewegungsmuster und regen zu deren Erweiterung sowie zur tänzerischen Auseinandersetzung in der Tanzgestaltung an. In der tänzerischen Begegnung
mit anderen können Grenzen ausgelotet und in einem Wechsel von Nähe und Distanz variiert werden.

Strukturierte Tanzformen

Strukturierte Tanzformen, wie Gruppen-, Kreis- und Schlangentänze, sind durch ihren klaren Aufbau und ihre Wiederholbarkeit gekennzeichnet. Sie werden im Integrativen Ansatz neben dem Zugang über Imitation auch unter anderem über Impulsgeschichten erlebnisorientiert vermittelt und didaktisch so aufbereitet,
dass die Teilnehmenden in einem gemeinsamen, kreativen Prozess bei der Entstehung des Tanzes eingebunden sind. In gleichschwingender Bewegung
kann Gemeinsamkeit entstehen und zu einem gruppenstärkenden Erlebnis führen.

Tänzerische Gestaltung im Darstellenden Spiel

Integrativer Tanz erfasst den ganzen Menschen. Im tänzerischen Erproben vielfältiger Rollen wird es möglich, sich selbst immer wieder neu und anders zu
erleben und dabei auch unbelebte Seiten in sich zu entdecken. Die Themenwahl für das tänzerische Rollenspiel setzt vorwiegend an den Interessen der Teilnehmenden
an und gibt über ausgewählte Texte, Geschichten, Märchen sowie Konzertmusik Anregung zu individueller Gestaltung.

Tanz im Spannungsfeld von Ruhe und Bewegung

Ruhe und Bewegung bedingen einander und sind elementarer Bestandteil unseres Lebens. Aus der Ruhe kommend entsteht ein Bedürfnis nach Bewegung und der Bewegung folgt wieder das Bedürfnis nach Ruhe. Es ist daher in der pädagogischen Arbeit bedeutsam, Raum für vielfältige Bewegung anzubieten sowie auch Zeit zu geben, um inne zu halten und zu verweilen.

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